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Vor 20 Jahren: Abschied von Christiane Herzog

Am 19. Juni jährt sich zum 20. Mal der Todestag von Christiane Herzog. Diese großartige Frau, die ihre ganze Energie dem Kampf gegen Mukoviszidose gewidmet hatte, verliert den eigenen Kampf gegen eine schwere Krankheit viel zu früh: mit nur 63 Jahren. Untrennbar aber bleibt ihr Name bis heute mit dem Anliegen der Mukoviszidose-Betroffenen verbunden.

Ein Ehepaar, dessen Kind gerade mit Mukoviszidose diagnostiziert worden war, gewinnt Christiane Herzog Mitte der 80er Jahre für die Sache der Mukoviszidose-Betroffenen – mit einer Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft, der sich die Pfarrerstochter und Politikergattin Christiane Herzog nicht entziehen kann und will. Mukoviszidose wird ihr Lebensthema.

1986 gründet sie den Förderverein Mukoviszidose e.V. – an ihrer Seite damals schon der Stuttgarter Wirtschaftsprüfer Rolf Hacker. 1994 wird ihr Mann Roman Herzog Bundespräsident und Christiane Herzog nimmt das bis dato weithin unbekannte, und für die meisten Menschen unaussprechliche Thema „Mukoviszidose“ mit ins höchste Staatsamt. Christiane Herzog ist fest entschlossen, die nächsten fünf Jahre als First Lady der Bundesrepublik Deutschland für „ihre“ Mukoviszidose-Schützlinge zu nutzen. Unermüdlich ist sie tätig: „Ich bin eine berufstätige Frau auf ehrenamtlicher Basis“ – das sagt sie in einem Interview über sich. Mit enormem Einsatz und hoher Professionalität setzt sie ihren Vorsatz um. Sie umwirbt Sponsoren, nimmt Einfluss auf die Gesundheitspolitik, wirbt für Verständnis und Solidarität mit den Betroffenen in der Öffentlichkeit. Sie besucht Kliniken im In- und Ausland, kümmert sich um die Betroffenen, entwickelt neue Ansätze wie die Klimatherapiekuren zusammen mit dem Verein „Herzenswünsche“, initiiert Benefizveranstaltungen, redet mit der Politik, gibt Interviews. Die beachtlichen Erlöse aus der Publikation eines Kochbuchs und der seinerzeit innovativen Kochsendung „Zu Gast bei Christiane Herzog“ nimmt sie 1997 als Grundstock für die Gründung der Christiane Herzog Stiftung – ihrem Lebenswerk und Vermächtnis. Schon früh legt sie besonderen Augenmerk auf die Versorgung der jungen Erwachsenen mit Mukoviszidose, denen das Gesundheitssystem besonders wenig Aufmerksamkeit schenkt. Die Schaffung altersübergreifender, interdisziplinärer Versorgungseinrichtungen ist Christiane Herzog ein besonderes Anliegen.

Heute tragen sieben – demnächst acht – Versorgungszentren bundesweit den Namen „Christiane Herzog Zentrum“. Drei weitere Ambulanzen führen den Namen einer Frau, die sich auf einzigartige Weise für die Belange der Menschen mit Mukoviszidose eingesetzt hat. Alljährlich erinnert der „Christiane Herzog Forschungspreis“ an ihre feste Überzeugung, dass das Leben mit Mukoviszidose auch durch Forschung einfach und länger werden kann.

„Mit Taten helfen!“ – das war Christiane Herzogs Motto. Dem fühlt sich der Vorstand der Christiane Herzog Stiftung bis heute verbunden – und verpflichtet. Christiane Herzog lebt in ihren Taten und in unseren dankbaren Erinnerungen weiter.