Jeong Ryu

Jeong Ryu

Jeong Ryu

Es ist kein Zufall, dass sich die junge Malerin in Berlin von Spaziergängen im Tiergarten für ihre Arbeiten inspirieren ließ. Auch wennihre Heimatstadt Seoul und Berlin sich als Millionen-Metropolen in manchen Aspekten ähneln, erschien Ryu dieser Rückzugsraum als unerwartete Entdeckung: Berlin hat mitten in der Asphaltlandschaft ein grünes Herz, dort, wo man in Seoul gewöhnlich nur weitere Hochhäuser mit viel Neonreklame erwarten kann.
Anfangs suchte die Malerin diesen und ähnliche öffentliche Gärten auch deshalb gerne auf, weil sie dort bei sich sein konnte, ohne sich verloren in der fremden Sprache und neuen Kultur zu fühlen. Inzwischen sind aus den ersten künstlerischen Aneignungen der neuen Umgebung ganz ausdifferenzierte Bildlandschaften entstanden, die als komplex strukturierte, häufig fragmentiert erscheinende Reflexionsräume die realen Orte, die der Arbeit zugrunde liegen, kaum mehr eindeutig erkennen lassen. Dabei verhandelt Jeong in ihren Bildern nicht etwa eine romantische Naturerfahrung, in der ein modernes, vom Rationalismus „geschädigtes“ Subjekt die grenzenlose Verschmelzung mit einer als ursprünglich imaginierten Natur sucht. Es geht ihr vielmehr um einen begrenzten und individuellen Raum zum malerischen Experimentieren. Sie kultiviert gezielt malerische „Gärten“, offensichtlich durch Menschenhand angelegte und dennoch kreatürlich gewachsene Farb-Landschaften, in denen sich subjektive Expressionen mit allgemeinen medialen Eindrücken überlagern und wie in einem Spiegelkabinett hin und her reflektiert werden.
Dieser kompositorische Ansatz ist auch geprägt von der Arbeitsweise der Künstlerin, die sich ihren natürlichen Motiven zunächst mit dem Kameraauge nähert. Nachdem sie in einem zweiten Schritt aus zahlreichen Fotos die künstlerisch Spannendsten herausgesucht hat, gestaltet sie in teilweise langen Arbeitsphasen medial eigenständige Übersetzungen in Öl- und Acrylfarben. Teilweise sorgt sie mit einer Aufteilung des Gesamtbildes auf zahlreiche kleinere Leinwandstücke dafür, dass die tendenziell dynamische und offene Interaktion der verschiedenen, kontrastreichen Motivbrechungen betont wird und den Betrachter dazu einlädt, wenn nicht an der Wand wie die Malerin während des Entstehungsprozesses, so doch im Kopf umzuordnen. Jeongs Gemälde reflektieren daher auf motivischer wie materieller Ebene zentrale Prozesse der Kulturation und lassen sich als inspirierendes Er-, Ver- und Durcharbeiten des Spannungsgefüges von subjektiv erlebter und objektiv aufgezeichneter Naturwahrnehmung lesen.

1998-2002 Studium der Bildenden Kunst an der Nationaluniversität Seoul, Korea
2003-2006 Aufbaustudium an der Nationaluniversität Seoul bei Prof. Tschoon-Su Kim
2007-2008 Studium der Malerei bei Prof. Burkhard Held an der Universität der Künste Berlin
2009-2011 Meisterschülerin bei Prof. Burkhard Held an der Universität der Künste Berlin

Stipendium
2005-2006 Stipendium für Postgraduierte der Nationaluniversität Seoul
2010/2011 Stipendiatin der Dorothea-Konwiarz-Stiftung, Berlin
Lebt und arbeitet in Berlin

Weitere Arbeiten

Garten des Malers Nr. 5 240 x 400 cm

Garten des Malers Nr. 5
240 x 400 cm

Garten des Malers Nr. 8, 200 x 300 cm

Garten des Malers Nr. 8,
200 x 300 cm

 

 

 

 

 

Garten des Malers Nr. 6 240 x 400 cm

Garten des Malers Nr. 6
240 x 400 cm

SKYBLUE je 100 x 100 cm

SKYBLUE
je 100 x 100 cm